Trotz, lass nach
Etwa ab einem Alter von 2 Jahren befinden sich Kinder im sogenannten Trotzalter. Sie entwickeln ein Bewusstsein für sich selbst, wollen eigenverantwortlich etwas ausprobieren und streben nach Freiheit. Daneben erleben sie aber auch, dass ihnen etwas (noch) nicht gelingt. Das sorgt dafür, dass ihre Gefühle Achterbahn fahren. Sie sind hin und her gerissen zwischen Entdeckerdrang und Frust. Kinder kennen in dieser Situation noch keinen angemessenen Weg, mit dieser Spannung umzugehen. Sie zeigen ihre Gefühle lautstark, schreien, werfen sich auf den Boden. Jetzt ist Ihre einfühlsame und nervenstarke Reaktion als Tagesmutter gefragt.
Diese Tipps können Ihnen im Umgang mit Trotzkindern helfen:
Versuchen Sie, zu verstehen
Reagiert ein Kind unangemessen aufgebracht, sollten Sie nicht sofort reagieren. Nehmen Sie sich statt dessen einen Augenblick Zeit, um zu verstehen, was in dem Kind vorgeht. Machen Sie sich die emotionale Notlage des Kindes bewusst. Durch Schimpfen werden Sie das Kind nur noch mehr verunsichern. Das Kind braucht Sie als stabile Bezugsperson, die die überschießenden Reaktionen des Kindes aushalten kann. Natürlich sind Trotzattacken eines Kindes nicht immer leicht auszuhalten. Achten Sie dennoch darauf, nicht das Kind im Allgemeinen als „schlimm“ oder gar „böse“ zu bezeichnen. Trotz ist eine Phase und keine Charaktereigenschaft.
Geben Sie dem Kind Zeit
Meist macht es der Versuche, das Kind in der Phase des Trotzes zu trösten, nur noch schlimmer. Versuchen Sie darum, dem Kind Zeit zu lassen, sich selbst zu beruhigen. Entfernen Sie sich etwas vom Kind. Bleiben Sie aber in Sichtweite und bewahren Sie Ruhe. So zeigen Sie dem Kind, dass Sie zwar nicht jedem „ertrotztem“ Bedürfnis sofort nachgeben, aber es dennoch gern haben und für es da sind.
Wenden Sie sich dem Kind wieder zu
Hat sich das Kind beruhigt, gehen Sie positiv und freundlich auf das Kind zu. Jetzt können Sie gemeinsam versuchen, sich die auslösende Situation anzusehen und eine Lösung zu finden. Sie können dem Kind z. B. sagen: „Du warst ziemlich wütend, weil du keine Schokolade bekommen hast. Magst du stattdessen jetzt vielleicht eine Banane essen?“
Geben Sie Kindern in der Trotzphase immer wieder bewusst die Möglichkeit, selbst Entscheidungen zu treffen, z. B. „Willst du lieber den Erdbeer- oder den Kirschjoghurt?“. So unterstützen Sie das Kind, nach und nach angemessen Bedürfnisse einzufordern und selbstständig zu werden.
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