Kinder müssen streiten, dessen sollte sich jede Erzieherin, Tagesmutter und jeder Elternteil bewusst sein. Konflikte unter Kindern sind wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung (...)

In welchen Situationen streiten Kinder? Wann sollten sich Erzieher und Tagespflegepersonen einmischen? Finden Sie hier viele Praxisbeispiele, die Ihnen helfen (...)

Mit einer Reihe von Spielen können Kinder lernen, das Gefühl der Wut auszudrücken, ohne andere zu verletzen. Oder sich abkühlen, damit die Wut nicht weiter wächst, sondern langsam verraucht.

Ich bin Annika Hendreich, 26 Jahre alt und arbeite als Tagesmutter in Hamburg. In den vergangenen Jahren habe ich mich sehr intensiv mit dem Thema Konflikte in der Kinderbetreuung beschäftigt (...)

Kennst du ein Spiel, dass Kindern hilft, Wut und Ärger abzubauen? Oder hast du einen inhaltlichen Vorschlag für diesen Blog? Wir freuen uns auf deine Ideen. Schreibe einfach an (...)

Praxiswissen: Kinder und Konflikte Fallbeispiele: Mit Konflikten richtig umgehen Tipps für die Freizeitgestaltung Über mich Kontakt und Impressum

„Die durchschnittliche Anzahl von Konflikten bei Vorschulkindern schwankt zwischen fünf und acht pro Stunde.“[1] Damit gehören Konflikte zum Alltag in der Kindertagespflege, in Kindergarten oder Kita sowie in der Schule. Auf diesem Blog steht das Vermitteln von praktischen Ansätzen zum Umgang mit Konflikten unter Kindern im Mittelpunkt. Dennoch wollen wir an dieser Stelle einmal klären, was wir unter dem Begriff "Konflikt" eigentlich verstehen.

„Ein Konflikt ist, wenn jemand etwas tut, wodurch es jemand anderem nicht mehr gut geht.“[2]

Wenn sich Kinder streiten, liegt meistens ein sozialer Konflikt vor. Differenzen zwischen den Beteiligten werden als nicht miteinander vereinbar erlebt.[3] Dies wird von mindestens einem der beteiligten Kinder als so unangenehm empfunden, dass es den Wunsch nach der Beseitigung der Störung entwickelt. Im Kindergarten- , Schul- oder Kindertagespflegealltag entstehen Konflikte oft, wenn sich Kinder hinsichtlich ihrer BedWerte ürfnisse, oder wichtigen "Ressourcen" wie Spielzeug bedroht fühlen.[4] Im Betreuungsalltag gibt es acht typische Konfliktbereiche[5]:


  • Kinder fordern bekannte Regeln oder eine Ordnung ein.
  • Kinder streiten sich um Spielzeug, Platz oder Bastelmaterial.
  • Kinder ärgern oder provozieren andere.
  • Kinder streiten um ihre Position oder Rolle innerhalb der Gruppe.
  • Kinder können sich beim Aushandeln von Spielideen oder –rollen nicht einigen.
  • Kinder sehen ihr "Territorium" bedroht.
  • Spaßige oder versehentliche Handlungen werden plötzlich Ernst.
  • Kinder mischen sich ein und nutzen die Gelegenheit an Stelle anderer zu handeln.

All diese Situationen gehören zur Begegnung mit anderen Menschen dazu und führen nicht zwangsläufig zu einem Streit. Sie fördern die Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit, sofern Ihre Schützlinge diese konstruktiv und selbstständig lösen. Konflikte sind Herausforderungen. Als Erzieher sollten Sie wissen, dass es ohne Herausforderungen kein Lernen gibt. Betrachten Sie Konflikte daher immer als etwas Positives. Sie zeigen häufig, an welchen Stellen strukturelle, persönliche oder organisatorische Veränderungen notwendig sind. Eingreifen
sollten Sie nur, wenn Eskalation oder Überforderung droht. Letzteres erkennen Sie daran, dass an Reaktionen wie Schlagen, Weinen oder Wegrennen. Achten Sie auch auf Kinder, die nie für ihre eigenen Interessen einstehen. Diesen sollten Sie alternative Konfliktlösestrategien beibringen. Entscheidend ist immer, wie mit Konflikten umgegangen wird.




[1] Kain, W., Bukovics, M., Edtinger, B., Reithmayr, S. & Scharf, M. (2007).  KLIK Konflikte lösen im Kindergarten. Ein praxiserprobtes Trainingsprogramm zu Konfliktbewältigung für Kinder von 5-7 Jahren. Berlin, Düsseldorf, Mannheim: Cornelsen Verlag Scriptor GmbH & Co, S. 11
[2]
Gilbert-Scherer, P., Grix, B., Lixfeld, R. & Scheffler-Konrat, R. (2007). „Die hat aber angefangen!“ Konflikte im Grundschulalltag fair und nachhaltig lösen. Müllheim an der Ruhr: Verlag an der Ruhr, S. 28
[3]
Glasl, F. (2010). Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater  (9. aktualisierte und ergänzte Aufl.). Bern, Stuttgart, Wien: Haupt, S. 17
[4]
Kain, W., Bukovics, M., Edtinger, B., Reithmayr, S. & Scharf, M. (2007).  KLIK Konflikte lösen im Kindergarten. Ein praxiserprobtes Trainingsprogramm zu Konfliktbewältigung für Kinder von 5-7 Jahren. Berlin, Düsseldorf, Mannheim: Cornelsen Verlag Scriptor GmbH & Co, S. 9
[5]
Dittrich, G., Dörfler, M. & Schneider, K. (2001). Wenn Kinder in Konflikt geraten. Eine Beobachtungsstudie in Kindertagesstätten. Berlin: Luchterhand, S. 102-107
[6]
Spitzer, M. (2006).  Lernen – die Entdeckung des Selbstverständlichen. Weinheim und Basel: Beltz Verlag.

Trotz, lass nach

Etwa ab einem Alter von 2 Jahren befinden sich Kinder im sogenannten Trotzalter. Sie entwickeln ein Bewusstsein für sich selbst, wollen eigenverantwortlich etwas ausprobieren und streben nach Freiheit. Daneben erleben sie aber auch, dass ihnen etwas (noch) nicht gelingt. Das sorgt dafür, dass ihre Gefühle Achterbahn fahren. Sie sind hin und her gerissen zwischen Entdeckerdrang und Frust. Kinder kennen in dieser Situation noch keinen angemessenen Weg, mit dieser Spannung umzugehen. Sie zeigen ihre Gefühle lautstark, schreien, werfen sich auf den Boden. Jetzt ist Ihre einfühlsame und nervenstarke Reaktion als Tagesmutter gefragt. 


Erzieher Tagesmutter Trotz


Diese Tipps können Ihnen im Umgang mit Trotzkindern helfen:


Versuchen Sie, zu verstehen

Reagiert ein Kind unangemessen aufgebracht, sollten Sie nicht sofort reagieren. Nehmen Sie sich statt dessen einen Augenblick Zeit, um zu verstehen, was in dem Kind vorgeht. Machen Sie sich die emotionale Notlage des Kindes bewusst. Durch Schimpfen werden Sie das Kind nur noch mehr verunsichern. Das Kind braucht Sie als stabile Bezugsperson, die die überschießenden Reaktionen des Kindes aushalten kann. Natürlich sind Trotzattacken eines Kindes nicht immer leicht auszuhalten. Achten Sie dennoch darauf, nicht das Kind im Allgemeinen als „schlimm“ oder gar „böse“ zu bezeichnen. Trotz ist eine Phase und keine Charaktereigenschaft.

Geben Sie dem Kind Zeit

Meist macht es der Versuche, das Kind in der Phase des Trotzes zu trösten, nur noch schlimmer. Versuchen Sie darum, dem Kind Zeit zu lassen, sich selbst zu beruhigen. Entfernen Sie sich etwas vom Kind. Bleiben Sie aber in Sichtweite und bewahren Sie Ruhe. So zeigen Sie dem Kind, dass Sie zwar nicht jedem „ertrotztem“ Bedürfnis sofort nachgeben, aber es dennoch gern haben und für es da sind.

Wenden Sie sich dem Kind wieder zu

Hat sich das Kind beruhigt, gehen Sie positiv und freundlich auf das Kind zu. Jetzt können Sie gemeinsam versuchen, sich die auslösende Situation anzusehen und eine Lösung zu finden. Sie können dem Kind z. B. sagen: „Du warst ziemlich wütend, weil du keine Schokolade bekommen hast. Magst du stattdessen jetzt vielleicht eine Banane essen?“

Geben Sie Kindern in der Trotzphase immer wieder bewusst die Möglichkeit, selbst Entscheidungen zu treffen, z. B. „Willst du lieber den Erdbeer- oder den Kirschjoghurt?“. So unterstützen Sie das Kind, nach und nach angemessen Bedürfnisse einzufordern und selbstständig zu werden.

Zur Ruhe finden – diese Aktion hilft Kindern dabei


Kindertagespflege Kindergarten

Sicherlich sind Sie derzeit mit den Kindern viel im Freien unterwegs. Doch nicht immer ist das Wetter bereits warm und beständig. Wenn es draußen kühl oder nass ist und die Kinder nach dem Toben wieder nach drinnen kommen, ist Aufwärmen wichtig. Mit diesem Angebot zum Aufwärmen schaffen Sie es zudem, dass Kinder nach der Bewegung wieder zur Ruhe finden.


Das wird gebraucht:

  • 1 Handwärmer für je 2 Kinder
  • CD mit ruhiger Musik
  • CD-Player

So wird’s gemacht:

Machen Sie es sich mit den Kindern auf Kissen am Boden oder auf der Couch gemütlich. Legen Sie die CD mit der ruhigen Musik ein. Immer 2 Kinder bekommen gemeinsam einen Handwärmer. Diesen sollten Sie vorab aktivieren, indem Sie das Metallplättchen darin knicken. Nun darf ein Kind sich den Handwärmer auf die Hände, den Bauch oder die Beine legen – wo ihm die Wärme gut tut.

Nach kurzer Zeit geben Sie das Kommando „Weitergeben“. Das Kind gibt den Handwärmer an seinen Partner weiter. Jetzt darf dieser sich den Wärmer auf eine Körperstelle legen, auf der ihm die Wärme angenehm ist. Geben Sie nach ca. ½ Minuten wieder das Kommando zum Weitergeben des Handwärmers und wiederholen Sie das Spiel, solange es den Kindern Spaß macht. Kommentieren Sie während des Wärme-Spürens die möglichen Empfindungen der Kinder, z. B. „Das fühlt sich schön warm an.“ Viel Spaß beim gemeinsamen Aufwärmen!

Ich, als Tagesmutter,  mische mich bei Konflikten grundsätzlich nicht ein und ergreife für kein Kind Partei. Die Kinder sollten Ihre Konflikte versuchen selbst zu lösen. Es ist nämlich wichtig gewinnen und verlieren zu lernen.

Als Erzieher mit Konflikten umgehen

Es besteht die Gefahr, die gesamte Spielsituation nicht genau beobachtet zu haben und ein Kind instinktiv zu bevorteilen. Gerade bei jüngeren Kindern entsteht schnell ein Beschützerinstinkt und das Spielzeug wird dem jüngeren Kind zurückgegeben. Auch wenn der Erzieher nicht gesehen hat, ob das jüngere Kind es dem älteren weggenommen hat.

Durch das Schlichten einer Erwachsenenperson muss der Streit nicht unbedingt beendet sein, zudem gibt es viele weitere Gründe zu streiten, zum Beispiel um eine andere Schaufel oder den Bagger.
Auf dem Spielplatz regeln Eltern für ihre Kinder gern Situationen, bevor ein Konflikt entstehen kann. Thomas (2 Jahre alt) nimmt von (Luis (15 Mon) eine Schaufel, mit der er gerade nicht spielt. Die Mutter von Thomas greift sofort in die Situation ein und nimmt Thomas die Schaufel weg und ermahnt ihn, dass sie ihm nicht gehöre. Sie verhinderte eine Konfliktsituation (die noch nicht entstanden war) und verweigert indirekt ihrem Kind den sozialen Kontakt zu anderen Kindern.

Es ist nur eine kleine Situation auf dem Spielplatz und Louis würde sich Thomas eventuell noch einmal nähern um mit ihm zu spielen. Der Sinn eines Spielplatzbesuchs ist nicht nur die frische Luft, sondern die Förderung sozialer Kontakte.

Auf dem Spielplatz spielen die jüngeren Kinder (2 Jahre)  mit Sand und Schaufel. Zwei ältere Kinder (4 Jahre) kommen dazu und spielen mit. Es entsteht eine Streitsituation um eine Schaufel. Die 2-Jährigen können noch nicht so umfangreichend ihre Wünsche formulieren und reagieren aus Hilflosigkeit mit körperlicher Gewalt. Sie beißen, kratzen und ziehen an den Haaren. In dieser Situation ist es notwendig, dass die Erzieherin eingreift.

Dem 2 Jährigen Kind ist es noch nicht immer möglich Wünsche nur zu artikulieren und ohne körperliche Gewalt zu reagieren. In Grenzsituation kann ein Kind dem anderen am Shirt ziehen, da es dem Zweijährigen nicht möglich dieselbe Kraft wie ein 4 Jähriges Kind zu entwickeln. Für Erwachsene und Kinder ist es wichtig einen Leitfaden zum Streiten zu entwickeln bzw. sich daran zu orientieren um besser mit Extremsituation umgehen zu lernen. Ein Leitfaden ist gerade in größeren Gruppe sehr wertvoll sein.

Aggressionen bei Kindern können verschiedene Ursachen haben. Aggression und Wut im Alter von 1 – 3 Jahren (in Maßen) empfinde ich als normal. Die Kinder lernen jeden Tag und suchen ihren Platz in ihrer Familie und in der Gesellschaft. Außerdem wollen sie sich groß und stark fühlen und versuchen selbständig ihren Alltag zu meistern.

Kinderbetreuung Aggression

Kinder möchten sich alleine anziehen, essen, entscheiden wann und was sie spielen und wann sie schlafen. Alles in allem selbständig werden und sein. Ich sehe das täglich an meinem Tageskind Louis (20 Monate). Er kann seit einigen Monaten alleine Essen und seit dem er weiß, wie Gabel und Löffel zu benutzen sind, legt er keinen Wert mehr auf meine Hilfe und lehnt es außerdem einen Löffel von mir anzunehmen. Louis schlug mir meinen Löffel aus der Hand oder verweigerte das Essen dann völlig. Er möchte selbst sein Essen auf den Löffel schaufeln und ihn selbständig in den Mund zu manövrieren. Die Erwachsenen sollen nicht mehr für sie entscheiden und nur unterstützend zur Seite stehen.. Ich glaube, dass vor allem die Autonomiephase im Kleinkindalter ein Grund für Aggressivität ist. Kinder müssen mit Ihren Gefühlen und neuen Freiheiten umgehen lernen.

Aggressionen sollten nicht durch reden, schimpfen oder Lachen verharmlost werden. Ich nehme das Kind und seine Gefühle ernst. Das Kind zu beruhigen geht nur, wenn man selbst ruhig bleibt und bei solchen Wutausbrüchen Nähe und Verständnis anbietet, ohne sich aufzudrängen. Gerade ruhige Kinder fühlen sich in Situationen überfordert, in denen Kinder oder auch Erwachsene laut und hektisch reagieren. Sie ziehen sich zurück und spielen ruhig ohne auffallen zu wollen. Leider können sie in größeren Gruppen übersehen werden und dann nicht aktiv animiert werden sich am Spiel zu beteiligen. Auch in Streitsituation lassen sie körperliche Gewalt zu von anderen Kindern zu, gehen aus der Streitsituation und können und wollen ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse nicht äußern.

Annika Hendreich - Tagesmutter Hamburg
Ich bin Annika Hendreich, 26 Jahre alt und arbeite hauptberuflich als Tagesmutter in Hamburg Bramfeld. Aus persönlichem Interesse habe ich mich in den vergangenen Jahren sehr intensiv mit dem Thema Konflikte in der Kinderbetreuung beschäftigt. Neben dem Beobachten meiner Tageskinder habe ich mir auch viel Wissen angelesen und durch Weiterbildungen gesammelt. Auf diesem Blog möchte ich meine Erfahrungen und Erkenntnisse im Umgang mit Konfliktsituationen in der Kinderbetreuung teilen teilen. Obwohl die meisten meiner Beispiele aus der Kindertagespflege stammen, hoffe ich, dass dieser Blog auch für alle Babysitter sowie Erzieher und Erzieherinnen relevant ist, die in einer KiTa oder einem Kindergarten arbeiten. Da ich überzeugt davon bin, dass eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung, das beste Mittel gegen Wut und Ärger bei Kindern ist, werde ich auch diesen Themenbereich hier aufgreifen. Über konstruktive Kommentare, Anregungen oder Praxisbeispiele von anderen Tagesmüttern, Tagesvätern oder Erziehern freue ich mich daher sehr.

Mein ganzes Leben lang habe ich bereits mit Kindern zu tun gehabt. Als Babysitter, Betreuerin von sozial schwachen Familien und in meinem privaten Umfeld. Nun lebe ich seit 4 Jahren in Hamburg und habe hier meinen Traumberuf gefunden.  Ich bin gerne unkonventionell, singe laut, lache viel und freue mich auf jeden Tag mit meinen Tageskindern. Mir sind feste Regeln und Respekt, für ein harmonisches Miteinander. sehr wichtig. Die Abwechslung meines Berufes, die vielen unterschiedlichen Charaktere der Kinder machen mein Leben, jeden Tag zu einem lustigen und spannenden Erlebnis. Ich liebe den Winter, den Geruch von frischgebackenem Brot und lese gern ein gutes Buch. Außerdem kann ich Stunden in der Natur verbringen und fotografiere für mein Leben gern Menschen. Auf meiner Website erfahren Sie mehr über meine Arbeit.



Verantwortliche gem. §5 TMG:

Annika Hendreich
Bramfelder Chaussee 485
22175 Hamburg
Tel: 040 23 545 722
Email: Annika@Tagesmutter-Bramfeld.de

und

Lydia Ciesluk
Bauvereinsweg 2
21107 Hamburg

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